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Passion und Heiliges Grab

Die Schreckenszeiten der 17. Jahrhunderts mit Dreißigjährigem Krieg, Pestepidemien und Bauernaufständen brachten auch den Pfarrkirchnern viel Leid und Not. Wie an manch anderen Orten suchte man auch hier in Passionsspielen die anschauliche Vergegenwärtigung des Leiden Jesu und damit selber Trost und Hoffnung. Zum bekrönenden den Abschluss der "Passio Domini" wurde eine Heilig-Grab-Kapelle originalgetreu nach dem Vorbild von Jerusalem auf der Bergeshöhe errichtet. Immer mehr gestaltete man diesen Waldgipfel zu einem „Kalvarienberg" mit einer Kreuzigungsgruppe in der Nähe und einem eigenen Aufstieg vom Markt Pfarrkirchen herauf mit der Erinnerung an die "drei Fälle Jesu". Dies bildete den anschaulichen Rahmen für die immer beliebter werdenden Passionsspiele, die alljährlich in der vorösterlichen Fastenzeit aufgeführt wurden.

Schließlich wurde dank der reichen Opferspenden der großartige Bau einer "Auferstehungskirche" mit dem Heiligen Grab als Mittelpunkt begonnen. Anders als heute noch in Sammarei, Portiunkula oder Maria Einsiedeln wurde noch vor der Vollendung diese sichtbehindernde Kapelle abgetragen und in gleicher Form hinter dem Hochaltar an den Ostchor neu angebaut (1677). So steht am Anfang der Wallfahrt zunächst aus der Grunderfahrung von Not, Leid und Tod im Leben jedes einzelnen Menschen der Bezug zum Kreuzestod, der Grablegung und Auferstehung Jesu. Wer aber hätte dies tiefer erfahren als seine Mutter Maria? So fügt sich der Pilgerweg zum Gnadenbild der Schmerzenskönigin konsequent dazu: "Weil aller Schmerz sich mildert, der deinen Trost erfleht", wie es im Wallfahrtslied heißt, fühlt sich gerade der Leidgeprüfte hier verstanden und geborgen.


Passionsspiele nehmen langsam Kontur an

Das Pfarrkirchner Passionsspiel wird im März 2012 im Rahmen des Stadtjubiläums in der Gartlberger Wallfahrtskirche uraufgeführt. Es knüpft an die Tradition dieses religiösen Brauchtums in Pfarrkirchen an. Bereits 1608 wurde auf dem Gartlberg eine zweitägige Passion gespielt. Das Textbuch war aber nicht mehr aufzufinden. Nun hat Fritz Kretschmann ein Passionsspiel geschrieben, das stark am Evangelientext orientiert ist.

In seinem Vorwort schreibt der Autor: "Ich bedanke mich für das große Vertrauen, das mir der Sebastiani-Verein geschenkt hat, als er mich mit der Textgestaltung beauftragte. Ich bedanke mich vor allem bei Pater Superior Josef Mayer. Er erlaubt die Aufführung in der Gartlberger Wallfahrtskirche und erfüllt mir so meinen größten Wunsch. Die Idee, die Aufführung in unserer Gartlbergkirche zu gestalten, gefällt mir immer besser. Nicht nur, dass sich dadurch der Verein große Kosten sparen kann, sondern vor allem deshalb, weil der 'Theatersaal' schon als Bühnenbild auf den Zuschauer einwirkt und wir den Chor und die Orgel haben."

Als Projektleiter wurde vom Vorstand des Vereins Gerhard Gruber gewonnen und die Fäden laufen nun bei ihm zusammen. In einem ersten Schritt werden von ihm nun Mitspieler gesucht. Gut 20 Personen haben ihre Mitarbeit bereits zugesagt, aber es werden immer noch 20 Mitspieler gebraucht.

Als Ansprechpartner steht Gerhard Gruber zur Verfügung (Telefon 08561 913116 oder E-Mail gruber.gerhard@gmx.de).

Nach der derzeitigen Planung beginnen die Proben Mitte September und die Verantwortlichen um Ingrid Reim hoffen auf ein Gelingen dieses Passionsspieles.

Nähere Infos, wie Termine auch unter www.sebastianiverein-pfarrkirchen.de

 

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