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Passion und Heiliges Grab

Die Schreckenszeiten der 17. Jahrhunderts mit Dreißigjährigem Krieg, Pestepidemien und Bauernaufständen brachten auch den Pfarrkirchnern viel Leid und Not. Wie an manch anderen Orten suchte man auch hier in Passionsspielen die anschauliche Vergegenwärtigung des Leiden Jesu und damit selber Trost und Hoffnung. Zum bekrönenden den Abschluss der "Passio Domini" wurde eine Heilig-Grab-Kapelle originalgetreu nach dem Vorbild von Jerusalem auf der Bergeshöhe errichtet. Immer mehr gestaltete man diesen Waldgipfel zu einem „Kalvarienberg" mit einer Kreuzigungsgruppe in der Nähe und einem eigenen Aufstieg vom Markt Pfarrkirchen herauf mit der Erinnerung an die "drei Fälle Jesu". Dies bildete den anschaulichen Rahmen für die immer beliebter werdenden Passionsspiele, die alljährlich in der vorösterlichen Fastenzeit aufgeführt wurden.

Schließlich wurde dank der reichen Opferspenden der großartige Bau einer "Auferstehungskirche" mit dem Heiligen Grab als Mittelpunkt begonnen. Anders als heute noch in Sammarei, Portiunkula oder Maria Einsiedeln wurde noch vor der Vollendung diese sichtbehindernde Kapelle abgetragen und in gleicher Form hinter dem Hochaltar an den Ostchor neu angebaut (1677). So steht am Anfang der Wallfahrt zunächst aus der Grunderfahrung von Not, Leid und Tod im Leben jedes einzelnen Menschen der Bezug zum Kreuzestod, der Grablegung und Auferstehung Jesu. Wer aber hätte dies tiefer erfahren als seine Mutter Maria? So fügt sich der Pilgerweg zum Gnadenbild der Schmerzenskönigin konsequent dazu: "Weil aller Schmerz sich mildert, der deinen Trost erfleht", wie es im Wallfahrtslied heißt, fühlt sich gerade der Leidgeprüfte hier verstanden und geborgen.
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